AfD-Leak: Mutmaßliche Täter gestehen strukturelle IT-Schwächen ein

Nach der Veröffentlichung interner AfD-Daten haben sich die mutmaßlichen Angreifer erstmals zu Wort gemeldet. Zwei anonyme Personen stecken demnach hinter dem Angriff, wie einer von ihnen im Interview mit Zeit Online sagte.

Hunderte Domains als Einfallstore

Der Täter begründet den Erfolg der Attacke mit der IT-Struktur der Partei: Dass man an die Informationen gelangen konnte, liege vor allem daran, wie die AfD ihre IT-Sicherheit organisiere. Die Partei betreibe hunderte verschiedene Domains mit vielen verschiedenen Systemen — daraus hätten sich zahlreiche Einstiegspunkte und Angriffswege ergeben.

Bei dem Hack erbeuteten die Unbekannten einige Postfächer mit über 400.000 E-Mails und zehntausenden Anhängen, die sie Anfang der Woche veröffentlichten. Auch sensible persönliche Daten unbeteiligter Dritter sind darunter, was die Täter mit der Unmöglichkeit einer Sichtung des Datenbestands rechtfertigen.

Berliner Datenschutzbehörde und BSI eingeschaltet

Die AfD bestätigte am Dienstag, dass es bereits im September zu dem Angriff auf einen Hosting-Dienstleister der Partei kam. Der Datenverlust wurde bei der Berliner Datenschutzbehörde angezeigt; auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist mit dem Fall befasst. Betroffen sind laut AfD-Landesverband Thüringen mehrere alte E-Mail-Adressen des Bundesverbands, der Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern sowie des Parteishops.

Der Fall zeigt exemplarisch, wie eine unübersichtliche Domain- und Systemlandschaft zur Angriffsfläche wird — ein Problem, das auch viele deutsche Kommunen und Verbände betrifft.

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