DDoS-Angriff auf das Landratsamt Cham – ganze Landkreis-Verwaltung tageweise lahmgelegt

Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, ist das Landratsamt Cham Ziel eines koordinierten DDoS-Angriffs (Distributed Denial of Service) geworden. Die Attacke legte zeitweise E-Mail-Verkehr, Telefonie und Internetdienste der gesamten Behörde lahm — und betraf auch mehrere Gemeinden im Landkreis, die über das kommunale Behördennetz an das Landratsamt angebunden sind.

Verlauf: Mehrere Angriffswellen über Stunden

Der Angriff begann in den frühen Morgenstunden und steigerte sich in mehreren Wellen bis zum Höhepunkt am Donnerstagvormittag. Die Anfragen stammen nach bisherigen Erkenntnissen aus einem weltweiten Botnetz kompromittierter Systeme — rund 50 verschiedene Länder, darunter Brasilien, Indien, Mexiko, Argentinien, der Irak und Bangladesch.

Reaktion: Sysob und Provider halfen

Die interne IT-Abteilung leitete sofort eine Fehleranalyse ein. Gemeinsam mit Firewall- und Netzwerkspezialisten des beauftragten Systemhauses Sysob aus Schorndorf sowie dem Internetprovider konnte die Ursache bis zum Mittag identifiziert werden. Zusätzliche Schutzmaßnahmen und ein erweiterter Schutzschirm wurden aktiviert; am frühen Nachmittag lief der Regelbetrieb wieder an.

Keine Daten entwendet

Das Bayerische Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) ordnet DDoS-Angriffe als häufigste Form von Verfügbarkeit Angriffen ein. Nach aktuellem Stand wurden keine Daten entwendet oder manipuliert. Einen Erpressungsversuch gab es laut Landratsamt nicht. Der Vorfall wurde dokumentiert und wird bei den Strafverfolgungsbehörden angezeigt.

Was Kommunen daraus lernen können

Das Landratsamt Cham war nach eigenen Angaben auf eine solche Situation vorbereitet: Firewall-Konzept, definierte Notfallprozesse und regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen hätten sich bewährt. Dennoch sollen die Schutzmaßnahmen — etwa durch zusätzliche Systemüberwachung — weiter ausgebaut werden.

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