Cyberangriff auf das Hochschulservicezentrum BW: Alle Systeme offline
Auf das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg (HSZ BW) in Reutlingen ist ein Cyberangriff verübt worden. Die Einrichtung betreibt die technischen Systeme mehrerer Hochschulen im Land — als der Angriff am Mittwochabend entdeckt wurde, schaltete das Zentrum vorsorglich alles ab: Systeme offline, Internetverbindung getrennt, Telefonanlage deaktiviert.
Was geschah?
Die IT-Abteilung stellte den Angriff am Mittwochabend fest und leitete sofort Eindämmungsmaßnahmen ein. Auf der eigens eingerichteten Informationsseite hsz-offline.de teilte das Zentrum mit, man informiere die betreuten Einrichtungen bei wesentlichen Entwicklungen umgehend. Polizei und die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg wurden noch am selben Abend eingeschaltet; ein Krisenstab arbeitet den Vorfall auf. Über das Ausmaß ist bislang nichts bekannt — das Wissenschaftsministerium machte aus Ermittlungsgründen keine weiteren Angaben.
Warum der Angriff so breit wirkt
Das HSZ BW ist eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule Reutlingen und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Rund 70 Mitarbeitende betreuen Hochschulen sowie Kunst- und Kultureinrichtungen in den Bereichen Campus-Management, Ressourcen-Management, Informationssicherheit und Datenschutz — zentrale Dienste, deren Ausfall den Hochschulbetrieb direkt trifft.
Einordnung für Kommunen und öffentliche Einrichtungen
Der Fall zeigt exemplarisch, was passiert, wenn ein zentraler IT-Dienstleister angegriffen wird: Ein einzelner Vorfall legt dutzende Einrichtungen gleichzeitig lahm — ein Risiko, das auch kommunale Behördennetze und Zweckverbände betrifft (siehe dazu auch den parallelen DDoS-Angriff auf das Landratsamt Cham, über den wir berichtet haben). Die schnelle Reaktion in Reutlingen — kompromissloses Trennen aller Verbindungen — gilt als fachlich richtige Erstmaßnahme, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Quellen:
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