BSI-Test: Kinder-Smartwatches mit gravierenden Sicherheitslücken

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat drei Kinder-Smartwatches aus unterschiedlichen Preissegmenten geprüft. Das Ergebnis fällt ernüchternd: Keines der Geräte bot ab Werk eine sichere Standardkonfiguration.

Mängel bei Verschlüsselung und Datenübertragung

Zwei der drei Modelle übertragen sensible Daten streckenweise unverschlüsselt. Die Connect Neo schickte etwa den Datenstrom für Videoanrufe im Klartext. Noch gravierender fiel der Befund bei der Imoo Z3 aus: Diese übermittelte unverschlüsselte Chatnachrichten, Mediendateien sowie Informationen zu nahegelegenen WLAN-Zugangspunkten – Daten, mit denen Angreifer den Standort des Kindes bestimmen könnten.

Keine Updates und mangelhafte Datenlöschung

Problematisch sind zudem fehlende Security-Updates. Nur ein Hersteller machte klare Angaben zur Versorgung mit Aktualisierungen. Ein Testgerät befand sich bereits im Abverkauf und konnte keine Firmware-Updates über Funk empfangen. Ohne solche Aktualisierungen bleiben bekannt gewordene Sicherheitslücken dauerhaft offen. Die Prüfer identifizierten zudem Mängel bei der Außerbetriebnahme: Wurde ein Benutzerkonto gelöscht, blieben Daten teilweise auf dem Gerät erhalten.

Handlungsbedarf für Eltern und Hersteller

Das BSI fordert Hersteller dazu auf, Sicherheitsupdates langfristig zu gewährleisten und Standardkonfigurationen ab Werk zu sichern. Für Eltern bedeutet die Analyse: Smartwatches für Kinder sollten nur mit begrenzten Berechtigungen eingerichtet werden und regelmäßig auf Updates geprüft werden.

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