Kaspersky-Störung: Warum die Software seit dem Wochenende nicht mehr funktioniert

Seit dem Wochenende berichten Nutzer weltweit von Problemen mit Kaspersky-Produkten. Die Antivirus-Software läuft zwar weiter, aber zentrale Dienste wie der Passwort-Manager, der VPN-Dienst und die Aktualisierung der Virendatenbanken sind gestört. Kaspersky hat die Störung bestätigt und arbeitet an der Wiederherstellung.

Was genau ist betroffen?

Die Schutzfunktionen auf allen Plattformen (Windows, macOS, Android, iOS) arbeiten laut Kaspersky weiter. Bestätigt sind folgende Auswirkungen:

  • Aktualisierungen der Antiviren-Datenbanken fallen aus
  • My Kaspersky – das Online-Konto – ist nicht oder nur eingeschränkt erreichbar
  • Kaspersky VPN – keine Verbindung möglich
  • Kaspersky Password Manager – kein Login, keine Synchronisation
  • Kaspersky Safe Kids – eingeschränkte Funktionalität
  • Lizenz-Aktivierungen für Neukäufe (ab 10. Oktober) sind blockiert

Wie kam es zu der Störung?

Kaspersky gab als Ursache „technische Probleme“ an, die die unterstützenden Infrastrukturdienste vorübergehend gestört und Verbindungen zwischen Diensten und Anwendungen beeinträchtigt haben. Auffällig ist der zeitliche Zusammenhang mit den ukrainischen Angriffen auf mehrere Rechenzentren in Russland – jene Angriffe führten zu massiven Ausfällen bei dem russischen Internetkonzern Yandex.

Ob die Störung direkt mit den Angriffen zusammenhängt, ist bislang nicht geklärt. Kaspersky hat auf eine Stellungnahme zu diesem Verdacht nicht geantwortet.

Infrastruktur: Wurde alles auf die Schweiz verlegt?

Im November 2020 hatte Kaspersky bekannt gegeben, die Datenverarbeitungs-Infrastruktur von Russland in die Schweiz verlegt zu haben. Betroffen waren demnach die Bedrohungsdaten aus Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Ob russische Infrastruktur trotzdem noch benötigt wird, ist unklar. Durch die enge Vernetzung von IT-Infrastruktur können Ausfälle in einem Rechenzentrum auch Systeme außerhalb des Landes beeinträchtigen.

Was bedeutet das für Nutzer?

Die deutsche BSI warnt seit dem 15. März 2022 vor Kaspersky-Produkten. Das US-Vertriebsverbot von 2024 ist ein weiterer Grund, die Nutzung zu hinterfragen. Wer den Schutz aktuell nutzt, sollte:

  • Keine Neuinstallation durchführen
  • Nicht abmelden – der bestehende Schutz bleibt erhalten
  • Alternative Schutzsoftware in Betracht ziehen, sobald Updates ausbleiben

Quellen

  1. heise online: Störung bei Kaspersky: Auffallende Nähe zu Attacken auf russische Rechenzentren (13.10.2026)
  2. Kaspersky Support: Aktuelle Informationen zu Kaspersky-Produkten und -Services
  3. Kaspersky auf X: Stellungnahme vom 12.10.2026
  4. BSI: bsi.bund.de

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Beitrag zur Reihe IT-Sicherheit. Veröffentlicht am 13.10.2026.

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