KI-Steuer: Klingbeil und Wildberger prüfen neue Abgaben auf Künstliche Intelligenz
Die Bundesregierung prüft, welche Konsequenzen der rasant wachsende Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die Finanzierung des Staates hat. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) wollen die Frage gemeinsam angehen – und lassen auch die Steuerabteilungen im Finanzministerium mitarbeiten.
Warum geht es?
KI könnte die Arbeit von Programmierern, Architekten, Steuerberatern und Journalisten übernehmen. Wenn diese Berufe als Steuerzahler ausfallen, fragt sich die Regierung: Sollte dann die KI besteuert werden? Noch gibt es keine fertigen Pläne, aber die drei Ministerien für Finanzen, Arbeit und Digitales wollen die Fragen in der Regierung voranbringen.
Was fordert Bill Gates?
Der Microsoft-Gründer hat in einem Grundsatzartikel argumentiert: Wenn ein Arbeitgeber einen Menschen einstellt, zahlt er Lohnnebenkosten. Kauft er hingegen einen Roboter, kann er diesen sofort als Betriebsausgabe absetzen. Gates schlägt vor, die Nutzung von KI – abgerechnet in Tokens – und Roboter zu besteuern. Der Düsseldorfer Wirtschaftswissenschaftler Jens Südekum, persönlicher Berater von Klingbeil, hält es für richtig, Gewinne aus KI zu besteuern.
Was sagen die Ökonomen?
Die Einschätzungen sind geteilt. Dominika Langenmayr von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt erwartet, dass ein großer Teil einer KI-Steuer auf die deutschen Nutzer überwälzt würde. Eine solche Steuer mache KI unattraktiver – und Deutschland hinkt bei der Nutzung bereits hinterher. Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, sieht das Risiko, dass eine KI-Steuer mehr schadet als hilft. Steuern speziell auf die Nutzung von KI sei nicht empfehlenswert, denn es gehe um Wertschöpfung, nicht um die technische Nutzung.
Was sind die offenen Fragen?
Wie lässt sich KI-Umsatz genau abgrenzen? Nach welcher Formel rechnet man ihn Deutschland zu? Wie koordiniert man eine solche Steuer international? Laut Südekum sind das erhebliche Herausforderungen – und ein Grund, die Diskussion jetzt zu führen. Europa leide eher unter zu niedrigen privaten Investitionen; höhere Unternehmensteuern würden das Problem verschärfen.
Quellen
- FAZ: KI-Steuer: Klingbeil und Wildberger prüfen neue Abgaben – Manfred Schäfers, 13.10.2026
- FAZ: FAZ.net – Grundsatzartikel von Bill Gates (1. September 2026)
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Beitrag zur Reihe IT-Politik. Veröffentlicht am 13.10.2026.
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