Bitkom-Umfrage: Deutsche Unternehmen überleben nur 16 Monate ohne Digitalimporte
Ohne digitale Importe aus dem Ausland würden deutsche Unternehmen im Schnitt lediglich 16 Monate durchhalten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 602 Firmen ab 20 Beschäftigten. Zwar hat sich die Überlebensdauer gegenüber dem Vorjahr um zwei Monate verbessert, doch die Abhängigkeit bleibt enorm.
Fast alle Firmen beziehen Technik aus dem Ausland
Mit 96 Prozent bezieht die große Mehrheit deutscher Unternehmen digitale Technologien und Services aus dem Ausland. 94 Prozent stufen Deutschland insgesamt als stark oder eher abhängig ein. Besonders häufig kommen Smartphones, Notebooks (94 Prozent), Chips und Halbleiter (79 Prozent) sowie Cloud-Dienste (73 Prozent) von internationalen Lieferanten.
USA und China als kritische Lieferanten
Von China sehen sich 88 Prozent der Befragten abhängig, von den USA 87 Prozent. Die Sorge vor US-Abhängigkeiten hat sich binnen zwei Jahren fast verdoppelt auf nunmehr 73 Prozent. Ein Ausfall träfe das Kerngeschäft hart: 93 Prozent erwarten Auswirkungen auf Produktion, 91 Prozent auf Vertrieb und 87 Prozent auf Logistik.
Gegenmaßnahmen laufen an
Immerhin bemühen sich viele Firmen um mehr Resilienz: 44 Prozent setzen verstärkt auf europäische Anbieter, 41 Prozent halten größere Vorräte vor und 40 Prozent bereiten einen schnellen Anbieterwechsel vor. Dennoch sehen 85 Prozent ihre Wertschöpfungsketten als zu stark verflochten für kurzfristige Änderungen. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst betonte, digitale Souveränität bedeute Resilienz und sei Aufgabe für Staat und Wirtschaft gleichermaßen.
No responses yet