Microsoft hat den Windows-11-Nachfolger 26H2 für die zweite Jahreshälfte 2026 bestätigt – voraussichtlich im Oktober soll das Update erscheinen. Die Hinweise darauf waren Anfang Februar 2026 erstmals auf der Windows-Update-Seite aufgetaucht. Wer heute Windows 11 25H2 oder 24H2 nutzt, bekommt 26H2 als Upgrade. Neue Hardware ist dafür nicht nötig.

Zwei Versionen, ein ähnlicher Name

Wer die Versionsnummern durcheinanderbringt, ist nicht allein. Windows 11 26H1 und 26H2 klingen fast gleich, richten sich aber an völlig verschiedene Geräte. Microsoft stellte dazu klar: „26H1 ist kein Feature-Update für Version 25H2 und enthält nur Plattformänderungen für bestimmte Silizium-Prozessoren. Für Kunden besteht kein Handlungsbedarf.“

Konkret: 26H1 ist neuen ARM-Chips wie dem Snapdragon X2 vorbehalten – sie bringt vor allem Anpassungen an neue Prozessoren. 26H2 dagegen ist die Version für alle übrigen PCs, ältere wie kommende. Microsoft bestätigte außerdem, dass „25H2 weiterhin der primäre Ort für neue Funktionen bleibt“ und das Unternehmen bei einem Feature-Update pro Jahr bleibt – veröffentlicht im zweiten Halbjahr.

Ein Build gibt den ersten Hinweis

Am 27. Januar 2026 verteilte Microsoft Build 26300.7674 – ein ungewöhnlich großer Sprung in der Build-Nummer, der auf eine neue Windows-Version hindeutete und nicht auf ein kumulatives Update. Microsoft bestätigte, dass damit „hinter den Kulissen Plattformänderungen“ für Windows Insider getestet werden.

Der eigentliche Hinweis steckte jedoch in der Update-Historie: Wer einen Build der 26300-Reihe installiert hat, findet dort unter „Updates deinstallieren“ einen Eintrag zu einem 26H2-„Enablement Package“. Ein solches Paket bedeutet meist ein kleineres Release – muss aber nicht. Auch 25H2 war 2024 ein Enablement Package für 24H2, trotzdem lieferte Microsoft damals größere Neuerungen aus.

Was sich in Windows 11 ändern soll

Unabhängig von der Frage, wie groß 26H2 ausfällt, arbeitet Microsoft 2026 an mehreren spürbaren Änderungen:

  • Copilot im Datei-Explorer: Microsoft testet einen Copilot-Chat direkt in einer Seitenleiste des Explorers – ähnlich der Vorschau. Wer schon lange mit dem Gedanken spielt, in einem Explorer-Fenster den falschen Ordner zu öffnen, könnte hier Hilfe bekommen – aber nur, wer will. Die Funktion soll optional sein.
  • „Ask Copilot“ in der Taskleiste: Eine neue Suchoberfläche auf Basis des bestehenden Windows-Search-Index, die sich aufgeräumter anfühlen soll als die bisherige Suche. Copilot ersetzt die Suchoberfläche, standardmäßig bleibt sie aus.
  • Agenda-Ansicht im Infobereich: Die aus Windows 10 bekannte Kalender-Agenda kehrt zurück – inklusive Outlook-Terminen direkt im Infobereich. Technisch läuft sie allerdings auf WebView2, was laut Windows Latest rund 100 MB zusätzlichen Speicher kostet.
  • Modern Run: Ein neuer, optional über die erweiterten Einstellungen aktivierbarer Ausführen-Dialog im WinUI-Stil mit Mica-Effekt. Er ersetzt den klassischen „Ausführen“-Dialog, bleibt aber vorerst optional – ein Hinweis darauf, dass Microsoft dort später mehr plant.
  • Kleinere Änderungen: Xbox Full Screen Experience, .webp als Desktop-Hintergrund und weitere Anpassungen.

Wann 26H2 ausgeliefert wird

Ein exaktes Datum hat Microsoft nicht genannt. Die Quelle nennt „später dieses Jahr, voraussichtlich um Oktober 2026″ – passend zum üblichen Fenster im zweiten Halbjahr. Wer einen festen Termin erwartet, sollte planen: Verschiebungen sind bei Windows-Releases die Regel, nicht die Ausnahme.

Was IT-Admins beachten sollten

  • Vor dem Rollout testen. 26H2 ist eine Hauptversion, kein Sicherheits-Patch. Eine kleine Testgruppe vor dem breiten Rollout spart Arbeit – besonders bei Einstellungen, die Copilot oder den neuen Such-Dialog betreffen.
  • Rollback einplanen. Hauptversionen lassen sich zurücknehmen, aber der Aufwand ist größer als bei einem einfachen Patch. Wer vor dem Rollout einen Weg zurück kennt, sitzt später entspannter.
  • 26H1 nicht mit 26H2 verwechseln. Bei Neubeschaffung von ARM-Geräten prüfen, welche Version ausgeliefert wird. 26H1 ist ausschließlich für neue ARM-Chips gedacht.
  • Nach dem Rollout beobachten. Fehler zeigen sich erfahrungsgemäß erst nach der Verteilung. Hilfreich sind Microsofts Release Health, die Patch-Tuesday-Berichte von BleepingComputer und die laufende Berichterstattung von Windows Latest.

Quelle: Windows Latest, „Windows 11 26H2 confirmed for later this year“ (2. Februar 2026, inkl. Microsoft-Zitate vom 7. November 2025 und 27. Januar 2026). Keine weitergehenden Angaben zu Fehlercodes oder festen Terminen.

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